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Das System „Kaisergetreide®“, ein Beispiel für die Rückverfolgbarkeit vom Anbau bis zur Mühle

 

oder

 

KAISERGETREIDE® - DAS GETREIDE MIT STAMMBAUM

 Hermann Oder, Arbeitsgemeinschaft Kaisergetreide®

   

 

 www.kaisergetreide.at

 

Im Juli 2001 wurde seitens der Firmen Fritz Mauthner Warenhandels GmbH und der Friedrich Glatz Getreide und Lebensmittelhandel GmbH die ARGE Kaisergetreide® mit folgenden Zielsetzungen gegründet. Die ARGE 

·     Erfüllung der Kundenwünsche nach Lebensmittelsicherheit

·     Versorgung der Mühlen bzw. der Bäcker mit „Rohstoff nach Maß“

·     Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit bis zum Landwirt

·     Nachweis einer gesunden Produktion

·     Nachweis der hygienischen und fachgerechten Betreuung bis zur Auslieferung

·     Übersichtliche Dokumentation aller Vorgänge und Maßnahmen

 

Angeregt wurde diese Idee durch ein zunehmendes Kundeninteresse, das sich nach den diversen Lebensmittelskandalen der letzten Jahre verstärkt um die Sicherheit der Rohstoffe kümmerte. Gleichzeitig wuchs die Nachfrage nach bestimmten Sorteneigenschaften, die nur über eine Vertragslandwirtschaft befriedigt werden konnte.

 

Dabei galt es folgende Fragen zu beantworten bzw. folgende Probleme zu beherrschen:

 

·     Auswahl der richtigen Sorten       

·     Einsatz von Original-Saatgut und Kontrolle

·     Sicherstellung der besten Qualität unter ÖPUL-Bedingungen

·     Getrennte Übernahme, Lagerung, Pflege und Lieferung unter strenger, kontrollierter Beachtung der HACCP-Prinzipien

·     Übersichtliche und verständliche Dokumentation aller Vorgänge

 

Es haben sich daher Anfang Juli 2001 22 Landhandels- und Umschlagsbetriebe im pannonischen Klimagebiet des Weinviertels, des Marchfelds und des Burgenlandes vertraglich verpflichtet den Vertragsanbau entsprechend zu organisieren und sich den strengen Auflagen nach Hygiene und Dokumentation zu unterwerfen.

 

Im Herbst 2001 wurden mit ca. 600 Vertragslandwirten fast 4.000 ha mit Weichweizen der Sorten Capo, Georg, Josef und Atrium, somit derselben Sortenfamilie, die sich für die Kundenwünsche als genetisch am besten herausgestellt hatte, ausgesät. Die Verbundenheit der Landwirte mit dem Projekt zeigte sich auch in den Feldtafeln, mit denen die Kaisergetreide® - Felder gekennzeichnet worden sind.

 

Die Kulturführung erfolgte nach den Anbaurichtlinien (siehe Homepage):

www.kaisergetreide.at

und wurde durch die NÖ-Landeslandwirtschaftskammer überprüft. In einer Schlagkartei wurden die Maßnahmen des Anbaus incl. der Chargennummer des Saatguts, die Düngung und die Pflanzenschutzbehandlung erfasst und entweder direkt oder mit Hilfe der Partner in das mittlerweile neu erstellte Qualitätserfassungssystem eingegeben.

 

Diese Daten wurden nach der Ernte 2002 um die Erntedetails, die Lagerbehandlung, Maßnahmen der Gesunderhaltung und Auslieferung ergänzt und stehen nunmehr über das Internet den Kunden, die mit einem für sie jeweils eingerichteten Zugang ausgestattet werden, rasch und übersichtlich zur Verfügung.

 

Die Ernte 2002 brachte eine Menge von 18.700 Tonnen bester Qualität, die auch prompt verkauft wurden und auch bereits zur Zufriedenheit der Kunden ausgeliefert sind.

 

Für das Erntejahr 2003 ist eine Flächenausweitung vorgesehen, allerdings geht die Ausweitung nicht ungebremst vor sich, weil derzeit nur Partner und Produzenten, die ausschließlich im Qualitätsweizengebiet tätig sind und allen Anforderungen entsprechen, in das Programm aufgenommen werden können.

 

Um die beabsichtigten Ziele noch besser zu erreichen wird im Frühjahr 2003 eine aktive Feldberatung mit Feldbegehungen und laufenden Informationen über den Entwicklungsverlauf in den einzelnen Regionen ins Leben gerufen. Damit sollen alle witterungsbedingten Einflüsse auf die Qualität und die mikrobiologische Entwicklung dahingehend beherrscht werden, dass notwendige Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen „so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“ zielgenau veranlasst werden.

 

Unsere Partner werden durch eine Reihe von Fortbildungsmaßnahmen in allen interessanten Bereichen, vor allem aber in Warenkunde und bei der Aktualisierung ihrer HACCP – Pläne aktiv unterstützt. Diese Veranstaltungen haben bisher großes Interesse gefunden und zeigen auch die Verantwortung, die von unseren Partnern gerne übernommen wird.

 

Im Bereich der Lebensmittelhygiene lassen sich auch die Landhandels- und Lagereibetriebe jeweils durch die SGS-Austria auditieren. Damit soll der Standard von Jahr zu Jahr weiter angehoben werden.

 

Neben der Überzeugungsarbeit, dass Z-Saatgut zu verwenden ist und wofür die ARGE Kaisergetreide® eine Saatgutverbilligung bereitstellte, war der Aufbau eines „überzeugenden Dokumentationssystems“ die Hauptherausforderung für alle Beteiligten. In Zusammenarbeit mit den Partnern und einem anerkannten Softwarehouse wurde das System Kaisergetreide® zum Leben erweckt. Dabei stand die Tatsache im Vordergrund, dass eine Dokumentation, wie sie von den Kunden gewünscht wurde, eine unermessliche Papierflut mit sich bringen würde und eine Rückverfolgung, z.B. im Falle einer Kontamination, wäre nur schwer oder sehr langsam zu bewerkstelligen.

 

Die Anforderung war daher dem Kunden die Möglichkeit zu einzuräumen, jederzeit und ohne vorherige Papierlieferung alle geforderten Details sehen zu können. Der Rückgriff auf erfolgte Lieferungen erfolgt im Ernstfall durch Rückstellmuster.

 

Der Ablauf des ersten Jahres mit mehr als einem Großversuch hat jedenfalls die Richtigkeit und Notwendigkeit dieses Systems unter Beweis gestellt und die Nachfrage für die Ernte 2003 aus dem Ausland ist ungebrochen. Wir wünschen uns dazu auch etwas mehr Interesse aus der Heimat, in der offenbar erst Skandale zum munter werden nötig sind.

 

 

 

 

 

Konsumenten sollen nachprüfen, was sie essen!

Marke „Kaiserweizen-Qualitätsgetreide“ bietet Lebensmittelsicherheit

Ernst Grosslercher

www.kaisergetreide.at

Jeder pflanzliche Rohstoff, der in die menschliche oder tierische Nahrungskette kommt, muß ein Mascherl bekommen – dies verlangen sowohl die österreichischen als auch die EU-Gesetze (z.B. die Lebensmittelhygieneverordnung aus dem Jahre 1998).

 

Wenn nun der Konsument zum Bäcker kommt, dann will dieser in Zukunft genau nachvollziehen können, welcher Weizen auf den Äckern der Bauern gestanden hat, den sein Landesproduktenhändler übernommen, gelagert und weiterverkauft hat, bei welcher Mühle dieser Weizen gemahlen wurde – bis dieser Weizen, von dem das Mehl gemahlen wurde, beim Bäcker als Kaisersemmel zum Genuß angeboten wird. Somit kann die Rückverfolgbarkeit des Lebensmittels Weizen vom Konsumenten in seiner Kaisersemmel auch überprüft werden – das ist Lebensmittelsicherheit, die natürlich viel Arbeit und somit auch Geld kostet!

 

Internationaler Weizenmarkt

 

Der Weizenmarkt ist bereits seit 1. Jänner 1995 in die EU-Staaten wechselseitig offen und seit dem Vorjahr auch von Ungarn aus mit zirka 500 000 Tonnen offen. In wenigen Jahren wird es – nach derzeitigem Wissensstand – keine Markthemmnisse mehr geben. Tschechien, Slowakei und Ungarn produzieren auf über 2,5 Millionen Hektar Winterweizen, dies ergibt ein jährliches Produktionsvolumen von über 10 Millionen Tonnen Weizen. Jeder Österreicher hat einen Pro-Kopf-Verbrauch von 55 kg, dies ergibt das Nachfrage-Volumen in Österreich von 450 000 Tonnen Weizen. Sie können sich vorstellen, daß diese drei Staaten die Österreichischen Konsumenten problemlos versorgen könnten – wie es doch bis 1918 auch war, und der Weizenanbau in Österreich wäre nicht mehr notwendig, außer wir machen gemeinsam Gegenstrategien.

 

Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Produktion mit höheren Erzeugerpreisen bei Winterweizen

 

Vermarktung innerhalb von Österreich

Rechtzeitig wurde von den Handelsfirmen Mauthner und Glatz die Arbeitsgemeinschaft Kaisergetreide gegründet, wo die Rückverfolgbarkeit, die Nachvollziehbarkeit bei der Marke Kaiserweizen-Qualitätsgetreide durch Zertifizierung vom Anbau bis zur Kaisersemmel gegeben ist. Ziel ist es, daß der Konsument bereit ist, für seinen jährlichen Verbrauch von 55 kg Weizen pro Jahr, um EURO 4,- (ATS 55,-) mehr zu bezahlen. Für diese zirka 1 Cent (15 Groschen) pro Tag weiß der Konsument, was in seiner Kaisersemmel drinnen steckt – von den gesunden Sorten der Probstdorfer Saatzucht mit höchster natürlicher Backfähigkeit, dies sind CAPO, JOSEF, FRIDOLIN, ASTARDO, ATRIUM und LUDWIG. Weizen, der auf Österreichs Felder gewachsen ist. Daß natürlich der Konsument auch zu den Kaiserweizen-Qualitätsgetreide-Landwirten oder zu den Kaiserweizen-Qualitätsgetreide-Landesproduktenhändlern oder zu den Kaiserweizen-Qualitätsgetreide-Bäckern gehen kann, um die Nachvollziehbarkeit des Lebensmittels Weizen zu überprüfen, muß wohl selbstverständlich sein.

 

Vermarktung außerhalb von Österreich

Vor allem die gesunden Premiumweizensorten CAPO und JOSEF sind die Säulen der Premiumweizen-Vermarktung vorwiegend nach Italien. Wie können wir auch andere Länder an unsere Produktion bei höchst qualitativen Weizen binden? Natürlich auch mit Kaiserweizen-Qualitätsgetreide, denn auch in Italien wird vermehrt gefordert, daß die Lebensmittel-Gesetze nicht nur als Gesetzestext auf dem Papier stehen. Unsere Partner in Italien – aber natürlich auch in anderen Ländern – werden daher die Marke Kaiserweizen-Qualitätsgetreide verlangen und kaufen. Wir sind in Österreich bereits einen Schritt weiter als andere Länder!

 

 

Machen Sie mit bei der Marke Kaiserweizen-Qualitätsgetreide!

 

Wenn die Züchter, die Landwirte, die Landesproduktenhändler, die Müller und Bäcker überleben wollen, dann ist die wichtigste Grundvoraussetzung, daß Sie als Landwirt mit Ihrer gesamten Weizenfläche bei Kaiserweizen-Qualitätsgetreide mitmachen. Wenn wir es schaffen, daß im kommenden Erntejahr bereits über 30 % der Erntemenge bei Kaiserweizen-Qualitätsgetreide dabei ist, dann werden wir sowohl national als auch international ernst genommen werden. Gehen Sie zu Ihrem Landesproduktenhändler und sprechen sie mit ihm über die Vertragsbedingungen, seitens der Probstdorfer Saatzucht erhalten Sie wichtige Informationen in Gesprächen (Tel. 02215 2219-56), in Winterveranstaltungen, in Felderbegehungen im kommenden Frühjahr. Wenn Sie in Ihrem Computer im Internet nachschauen, dann finden Sie die ARGE Kaisergetreide unter www.kaisergetreide.at .